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Alt 28.08.2015, 15:50   #1
PK-Mann
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Standard Reichssender Gleiwitz

Über den Reichssender Gleiwitz gibt es hier einiges nachzulesen --> klick ! ... passend zum bald kommenden Jahrestag

2010 hatte schon mal einen Bericht über meinen Besuch an diesem geschichtssträchtigen Ort geschrieben und hier veröffentlicht. Leider war kurz danach der Virenangriff
... Blöderweise konnte ich den thread nicht rekonstruieren, da ich die Fotos nicht mehr fand. Heute Morgen (28.08.15) sind sie wieder aufgetaucht ...

Der ursprüngliche Thread war textlich relativ ausführlich ... dieser hier besteht leider nur mehr aus den Bildern
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Alt 28.08.2015, 15:53   #2
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Alt 28.08.2015, 15:54   #3
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Alt 28.08.2015, 15:56   #4
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Alt 28.08.2015, 16:01   #5
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Standard Reichssender Gleiwitz

Im Sendegebäude defindet sich ein kleines Museum --> klick <-- ich war bloß leider am falschen Tag dort !

Radiostacja Gliwice
Radio Station Gliwice
Radiostacja Gliwice

Adresse:

ul. Tarnogórska 129
44-100 Gliwice
Tel. (48) 32 300 04 04

Öffnungszeiten :

Montag: geschlossen
Sonntag: 10:00 - 16:00
Dienstag: 10:00 - 16:00
Dienstag: 10:00 - 16:00
Freitag: 10:00 - 16:00
Samstag und Sonntag: 11:00 - 16:00 (17:00 Mai bis September)

Der Park rund um den Turm geöffnet :

6:00 - 22:00 Sommer
8:00 - 20:00 Winter

Besuch des Parks - kostenlos
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Alt 29.08.2015, 20:00   #6
PK-Mann
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Standard Reichssender Gleiwitz

"Achtung! Hier Gleiwitz"

Einen Tag nach dem inszenierten Überfall auf einen Radiosender begann vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg.

Hier hat er also stattgefunden – der inszenierte Überfall auf den Sender Gleiwitz: Ein großer Raum mit Sendeanlage, einem Antennenpult und einem schwarzen Schalt-
schrank. An der Wand eine alte Siemens-Uhr, der Stundenzeiger zeigt auf die Acht.

Zu dieser Uhrzeit, am Abend des 31. August 1939, drangen SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks und weitere SS-Männer in Zivil in das Gebäude des deutschen Senders
ein und überwältigten das technische Personal. "Der Hergang ist bis heute nicht ganz geklärt", meint Andrzej Jarczewski, der Verwalter des heutigen Museums.

Eine Nachricht auf Polnisch sollte verlesen werden, um das Ausland zu überzeugen, dass hier eine Provokation von polnischer Seite stattfinde. Doch beinahe misslang
der Coup, denn das Sendegebäude neben dem 111 Meter hohen Sendeturm für Mittelwelle hatte gar kein eigenes Studio, sondern strahlte vor allem das Programm des
Reichssenders Breslau aus.

"Achtung! Hier Gleiwitz"
Jarczewski holt ein mobiles altes Mikrofon mit einer Stehplatte und steckt es in eine Buchse. Es ist das "Gewittermikrofon", das das Ausschalten des Radioprogramms an-
kündigte, wenn Blitzschäden bei dem Sendeturm aus Lärchenholz vermieden werden müssen. Dieses hat die SS gefunden oder mittels Zwang aufgetrieben, einer der
Agenten kann nun den vorbereiteten Text "Achtung! Hier Gleiwitz, der Sender befindet sich in polnischer Hand" durchgeben, was auch in London und Paris gehört wird.

Der als Pole camouflierte SS-Mann verlas noch Weiteres, doch vermutlich, so der pensionierte Elektro-Ingenieur Andrzej Jarczewski, stoppte ein technischer Mitarbeiter
die Übertragung heimlich mittels eines Schalters. Die Flüchtenden SS-Leute hinterließen einen Toten, einen propolnischen Oberschlesier, der als mutmaßliches Opfer der
Attacke vor das Sendegebäude gelegt wurde.

Am Morgen des 1. September schoss dann das Schulschiff "Schleswig Holstein" auf das polnische Munitionsdepot auf der Westerplatte in Danzig. "Seit 5.45 wird zurück-
geschossen", so stimmte Adolf Hitler die deutsche Bevölkerung auf den Angriff auf Polen ohne Kriegserklärung ein, den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die deutschen
Medien berichteten ausführlich über die "polnische Provokation" in Gleiwitz.

Der Tatort, der Sender Gleiwitz – die Stadt liegt heute in Polen und heißt Gliwice – wurde von der SS-Größe Reinhard Heydrich mit Bedacht gewählt. Sendeturm und Sen-
degebäude standen damals rund sieben Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Gleiwitz wirkte als wichtiges Instrument im Kampf um die Herzen der Deutschen auf
der polnischen Seite – das Industriegebiet Oberschlesien war seit 1922 zwischen Deutschland und Polen geteilt.

Im polnischen Katowice (deutsch: Kattowitz) sendete man hingegen in deutscher und polnischer Sprache und versuchte, die oft zweisprachigen Oberschlesier von polni-
schen Anliegen zu überzeugen. Der Nationalitäten-Riss verlief oft durch Familien.

"Keine Euphorie"
So wechselte der Onkel von Friedrich Sikora in den 20er-Jahren auf die polnische Seite, da er sich als Pole fühlte. Sikora ist heute 85 Jahre alt, ein pensionierter Bauinge-
nieur und lebt in einem Einfamilienhaus nahe des Senders. Er engagiert sich heute im Rahmen der deutschen Minderheit für mehr Deutschunterricht in der Region.

Friedrich Sikora (l.) und Felix Lipski…
Zeitzeugen: Friedrich Sikora (li.) und Felix Lipski lebten 1939 im damals deutschen Gleiwitz bzw. im polnischen Tarnowitz - Foto: /Jens Mattern
Als zehnjähriger Junge sah er schon eine Woche vor dem Angriff die Soldaten aufmarschieren, als es dann losging, "war in Gleiwitz von Euphorie nichts zu spüren". Sein
Bekannter, Felix Lipski, heute 87, lebte bei Tarnowitz, auf der polnischen Seite der Grenze. Er ging auf die polnische Schule und mit seiner deutschen Mutter in die deutsch
sprachige Messe. Letzteres wurde 1939 verboten, nachdem die Spannungen zwischen Polen und Deutschland zugenommen hatten: Hitler hatte einen "Korridor" durch pol-
nisches Territorium zur Exklave Ostpreußen gefordert.Die Atmosphäre der politischen Forderungen 1939 prägte auch den Schulalltag von Lipski. "Ich stelle dir jetzt ein Ulti-
matum. Wenn du mir nicht gleich das Buch zurückgibst, dann musst du mit Konsequenzen rechnen", hieß es etwa.

Quelle : http://kurier.at/politik/ausland/ach...itz/83.108.320
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