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Alt 15.06.2012, 11:48   #1
jokkmokk
 
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Wieder einmal hat es mich dieses Jahr ins Baltikum gelockt. Ich wollte nach Tallinn und auf dem Weg dorthin alle sich anbietenden Orte aufsuchen, die für uns als geschichtsinteressierte Menschen interessant sind. Hierbei sollte mir ein Büchlein helfen, das ich hier im Forum käuflich erworben hatte.

@Jasmina95: Vielen Dank nochmal, Heiko, hat mir sehr geholfen
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Alt 15.06.2012, 12:08   #2
jokkmokk
 
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Hier die Eigenbeschreibung des Friedhofs:

Für den polnischen Bereich des ehemaligen Ostpreußen und Bialystok entsteht in Bartossen bei Lyck (Elk) ein zentraler Sammelfriedhof. Ein 5 Hektar großes Gelände mit einer vorhandenen Anlage des Ersten Weltkrieges wurde dem Volksbund überlassen.
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Alt 15.06.2012, 12:21   #3
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Die drei großen, weithin sichtbaren Holzkreuze des "ostpreusischen Golgatha" prägen den Friedhof. Auf dem Plateau, das man durch eine Treppenanlage erreichen wird, befinden sich die Gräberblocks für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Diese werden mit Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet. Wege und eine Einfassung aus Natursteinen sollen die ostpreußische Architektur aufnehmen und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Der erste Bauabschnitt wurde im Jahre 2001 abgeschlossen. Heute (Stand April 2002) ruhen dort bereits 7000 Kriegstote.Der Friedhof soll im Herbst 2003 eingeweiht werden.
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Alt 15.06.2012, 17:17   #4
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Dazu gibt's auch ne schöne Seite:

http://www.weltkriegsopfer.de/Bilder...ails_2_95.html
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Alt 15.06.2012, 17:28   #5
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Weiter ging es vorbei an Rastenburg (Führerhauptquartier Wolfsschanze) ans Etappenziel Suwalki. Obwohl von Duisburg nur etwa 1400 Km entfernt, brauchten wir für die Strecke schon fast zwei volle Tage da nur bis Posen Autobahn gefahren werden kann. Wer schon mal durch die Massuren gefahren ist, wird mich verstehen... Über 500 Kilometer durch kleine Ortschaften (hier sind nur 40 Km/h erlaubt), riesige Baustellen und ständig eine Lkw Kolonne vor einem, die natürlich nicht überholt werden kann da einspurig, kurverreich und ausgewaschen, Spurrillen, in denen sich das Wasser sammelt... Da schafft man in 10 Stunden etwa 450 Km...
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Geändert von jokkmokk (15.06.2012 um 17:31 Uhr)
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Alt 15.06.2012, 18:29   #6
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Kurz vorm Schlafengehen fand ich noch dieses Denkmal, das an die Helden vom September 1939 erinnert (Denkmalinschrift mit Google übersetzt)
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Alt 16.06.2012, 11:35   #7
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Gegen Mittag des dritten Tages dann, nach Durchquerung Litauens dann endlich Lettland. Auf dem Weg zu unserem Quartier kamen wir auch durch Saldus. Saldus war schwer umkämpftes Gebiet während der sechs Kurland-Schlachten. Wer sich hier einlesen möchte, dem lege ich folgende HP ans Herz:

http://www.kurland-kessel.de/default.html
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Alt 16.06.2012, 11:59   #8
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Der hier in Saldus gelegene dt. Soldatenfriedhof beeindruckt schon sehr. Hier eine Eigendarstellung:

Ende des Zweiten weltkrieges wurden 32 deutsche Divisionen und die 19. Division der lettischen Legionäre im Kurlandkessel eingeschlossen. Den Verteidigern des Kurlandes gelang es die Front noch sieben Monate zu halten. Während der schweren Kämpfe hatte die rote Armee etwa 400.000 Soldaten verloren. Die deutschen und lettischen Einheiten verloren etwa 50.000 Soldaten.

Die gefallenen deutschen Soldaten wurden auf verschiedene kleine oder größere Friedhöfe beigesetzt. In der Zeit der Sowjetmacht wurden viele kleine Soldatenfriedhöfe zerstört oder unkenntlich gemacht. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit ...Nach Abschluss dieses Vertrages hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Zusammenarbeit mit dem Brüderfriedhöfekomitee Lettlands und mit verschiedenen lettischen Behörden begonnen, deutsche Soldatenfriedhöfe in Lettland wieder herzurichten.

Der größte deutsche Soldatenfriedhof befindet sich in Saldus, auf dem die deutschen Soldaten aus den Bezirken Saldus, Liepaja, Kuldiga, Tukums, Ventspils, Talsi, Dobele, Jelgava und Bauska die letzte Ruhestätte gefunden haben. Seit 1996 werden durch den Umbettungsdienst des Volksbundes Kriegstote auf dem Friedhod in Saldus eingebettet. Bis zur Einweihung des Friedhofs am 4.September 1999 wurden etwa 14.000 Gefallene beigesetzt, bis 2004 waren es bereits 22.000 Tote. Auf dem über 6 Hektar großen Gelände können insgesamt 30.000 Kriegstote eingebettet werden.

Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Noch immer werden Kriegstote gefunden und nach Saldus umgebettet.
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Alt 16.06.2012, 12:17   #9
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Hier einige Bilder dazu, die nicht wirklich kommentiert werden müssen:
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Alt 16.06.2012, 13:10   #10
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Südlich unseres Quartieres in Kuldiga / Goldingen konnten wir das Schloss Pelzen besichtigen.

Mitte Januar 1945 gab es einen Wechsel in der Führung der Heeresgruppe Kurland. Neuer Oberbefehlshaber im Schloss Pelci wurde Generaloberst Rendulic. Er war zuvor Oberbefehlshaber der 20. Gebirgsarmee in Nordnorwegen. Der neue Generalstabschef wurde Generalmajor Foertsch, der vorher Chef des Generalstabes der 18. Armee war. Der bisherige Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generaloberst Schörner wechselte zur Heeresgruppe Mitte, wie auch sein bisheriger Generalstabschef Generalmajor von Natzmer. Bereits am 26. Januar 1945 hatte Generaloberst von Vietinghoff (bisher Oberbefehlshaber der 10. Armee in Italien) die Führung über die Heeresgruppe Kurland übernommen. Generaloberst Rendulic wurde im Gegenzug nach Ostpreußen berufen, um die dortige Heeresgruppe Nord zu befehligen. Generaloberst Rendulic kehrte jedoch am 10. März noch einmal - aber nur für vier Tage - zur Heeresgruppe Kurland zurück. Im Anschluss übernahm er die Führung der deutschen Heerestruppen in Böhmen und Österreich.

Der bisherige Oberbefehlshaber der 16. Armee, General der Infanterie Hilpert, übernahm in diesen Tagen die Führung der Heeresgruppe Kurland. Am 1. Mai 1945 noch zum Generaloberst befördert, blieb er auch der letzte Oberbefehlshaber der Heeresgruppe. Sein Nachfolger als Armee-Oberbefehlshaber der 16. Armee wurde General der Infanterie von Krosigk. Dieser fiel bereits einen Tag später durch einen russischen Tieffliegerangriff auf dessen Hauptquartier. Der letzte Oberbefehlshaber der 16. Armee wurde somit der General der Gebirgstruppen Volckamer von Kirchensittenbach.

Generaloberst Hilpert ist in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben, einige Mitglieder aus Stab Heeresgruppe und übrigen Befehlsstellen wurden im April 1946 in Riga hingerichtet.
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